Samstag, 2. Mai 2009
Kindermund tut Wahrheit kund
gerhard stenkamp, 08:02h
Dieses herrliche Frühlingswochende hatte ich wieder einmal die Ehre und das Vergnügen im Kreise meiner Familie das sonntägliche Mittagsmahl einnehmen zu dürfen, gefolgt von einem ausgiebigen Spaziergang, sowohl der Verdauung dienend wie auch dem persönlichen Austausch über die Welt und deren Unterbestandteile.
Nach der obligatorischen Suppe gab es einen köstlichen Kaninchenbraten. Wie sehr wird doch das Fleisch des Kaninchens unterschätzt, leicht und wohlschmeckend, zart und gesund. Dazu Rotkohl, eine würzige Soße, Gurkensalat sowie einige Kartoffelkroketten, sitzend im warmen Frühlingslicht, das noch nicht der Abschirmung bedarf, da noch ohne alles Sommergleißen: mit allem Recht lässt sich von einem kulinarischen Genuß sprechen.
Das befördert auch die Konversationslust: jeder so nach seiner Art, der Hausherr, mein Schwager, neigt zum Schweigen, als wäre er vordringlich aufs Essen konzentriert, den Kopf leicht vorgebeugt bei jedem Bissen, um beim Abgleiten eines Nahrungsteiles die Beschmutzung des makellosen Hemdes von vornherherein zu verhindern, bekommt aber jede Gesprächspointe mit, wie sein häufiges plötzliches Auflachen beweist, eine der Schwestern ist umgekehrt von Schilderungen diversester Lebenssituationen und –probleme so eingenommen, daß die Nahrungsaufnahme teilweise deutlich hinter der der anderen zurückbleibt, und Carmen: die kleine, hübsche Carmen, mit ihren wohlgeformten dunklen Augenbrauen, ihrem noch so kindlichen Gesicht, deren Geist sich aber schon länger mehr und mehr dem Kindlichen zu entziehen sucht: sie hat angefangen über die Welt nachzudenken.
Mit den Fingern müht sie sich an einem Kaninchenhinterschenkel ab, ohne allerdings Tadel fürchten zu müssen, schließlich ist bekannt, dass die Anatomie eines Kaninchenhinterschenkels nicht ganz einfach und sein Verzehr nicht gleichzusetzen ist mit dem eines gewöhnlichen Steaks.
„Mamma“¸ in der einen Hand die Gabel, in der anderen den Schenkel, „Mamma, alle reden doch soviel vom Energiesparen.“
„Ja, das ist richtig, Carmen!“
„Warum lecken wir dann nach dem Essen nicht einfach alle unsere Teller ab, dadurch könnte man viel Energie sparen. Denk mal nur, wieviel Energie der Geschirrspüler braucht“
Grosse allgemeine Heiterkeit, allein die Mutter will nicht folgen:
„Carmen, ich bitte Dich, Du kannst uns hier gerne etwas zum Energiesparen erzählen, komm mir aber bitte nicht mit solch absurden Vorschlägen, das möchte ich nicht“ und an mich gewandt:
„Du darfst Dich jetzt auch wieder etwas beruhigen.“
„Ich würde mich ja gerne beruhigen, liebe Schwester. Doch ich stelle mir gerade vor, in unserer Kantine zu sitzen, der Vorstand ist auch da, schiebt sich allen Zivilisationsforderungen der westlichen Hemisphäre gehorchend das letzte Drittel eines Knödels in den Mund, während ich schon fertig mit dem Essen und nun zur „carmschen“ Energiesparmassnahme übergehe: ich nehme meinen Teller und lecke ihn ab, vor aller Augen lecke ich meinen Teller, danach begutachte ich mein Besteck, ob da nicht vielleicht doch noch ein Tröpfchen Soße, falls ja, lecke ich es auch ab, konzentriert und gewissenhaft.“
Carmen findet das toll und ruft: „Ja, ja, mach das, mach das bitte und dann erzählst Du mir alles.“
Ihre Mutter dagegen kann, sie kennt mich schließlich, in solchen Fällen, um einer weiteren Eskalation zuvorzukommen, sehr schnell und energisch die Notbremse ziehen.
„Ich habe Dich nicht eingeladen, damit Du hier den Clown spielst.“
Das verstehe auch ich, zwar hätte ich das gerne für Carmen noch ein wenig weitergesponnen, muss aber nun vom Vollgas runter und geschickt in die Kurve übergleiten.
„Liebe Carmen, schau mal: es gibt so etwas, das nennen wir Erwachsenen Konventionen und eine der Konventionen ist: du sollst deinen Teller nicht ablecken. Wenn ich das bei uns in der Kantine täte, würde man mich nicht mehr ernst nehmen. Man würde mir vorwerfen, das sei unhygienisch, was aber Unsinn, Biergläser werden meistens auch nur mit kaltem Seifenwasser gespült, öfters hast Du noch Lippenstift dran, das find ich unhygienisch.
Konventionen sind aber nicht auch immer logisch.
Du kannst Dir sicher sein, daß im Konzentrationslager sich niemand geschämt hat, seinen Löffel abzulecken oder seine Schüssel mit dem Finger durchzustreifen bis auch der letzte Rest an verwertbarem im eigenen Magen. Hätte sich im Konzentrationslager jemand dafür geschämt, seinen Löffel abzulecken, er hätte wahrscheinlich nicht überlebt.“
Allgemeines Schweigen!
„Carmen, wieviel Kleider hast Du?“
„Ich weiß es nicht, ich habe sie noch nie gezählt.“
„Mehr als zwei?“
„Ja natürlich, was denkst Du denn?“
„Siehst Du, Du könntest auch mit zwei Kleidern leben, eins trägst Du, das andere wird gewaschen und soweit mir bekannt hast Du auch noch Hosen, Pullover, Hemden: was für eine Energieverschwendung.“
Carmen schaut nachdenklich, meine Schwester ist`s zufrieden und sagt:
„Nun lasst uns endlich wieder über etwas anderes reden als über`s Tellerablecken, schließlich gibt es gleich Eis und da wünsche ich mir keinen Skandal!“ und lacht nun selbst auch einmal.
Nach der obligatorischen Suppe gab es einen köstlichen Kaninchenbraten. Wie sehr wird doch das Fleisch des Kaninchens unterschätzt, leicht und wohlschmeckend, zart und gesund. Dazu Rotkohl, eine würzige Soße, Gurkensalat sowie einige Kartoffelkroketten, sitzend im warmen Frühlingslicht, das noch nicht der Abschirmung bedarf, da noch ohne alles Sommergleißen: mit allem Recht lässt sich von einem kulinarischen Genuß sprechen.
Das befördert auch die Konversationslust: jeder so nach seiner Art, der Hausherr, mein Schwager, neigt zum Schweigen, als wäre er vordringlich aufs Essen konzentriert, den Kopf leicht vorgebeugt bei jedem Bissen, um beim Abgleiten eines Nahrungsteiles die Beschmutzung des makellosen Hemdes von vornherherein zu verhindern, bekommt aber jede Gesprächspointe mit, wie sein häufiges plötzliches Auflachen beweist, eine der Schwestern ist umgekehrt von Schilderungen diversester Lebenssituationen und –probleme so eingenommen, daß die Nahrungsaufnahme teilweise deutlich hinter der der anderen zurückbleibt, und Carmen: die kleine, hübsche Carmen, mit ihren wohlgeformten dunklen Augenbrauen, ihrem noch so kindlichen Gesicht, deren Geist sich aber schon länger mehr und mehr dem Kindlichen zu entziehen sucht: sie hat angefangen über die Welt nachzudenken.
Mit den Fingern müht sie sich an einem Kaninchenhinterschenkel ab, ohne allerdings Tadel fürchten zu müssen, schließlich ist bekannt, dass die Anatomie eines Kaninchenhinterschenkels nicht ganz einfach und sein Verzehr nicht gleichzusetzen ist mit dem eines gewöhnlichen Steaks.
„Mamma“¸ in der einen Hand die Gabel, in der anderen den Schenkel, „Mamma, alle reden doch soviel vom Energiesparen.“
„Ja, das ist richtig, Carmen!“
„Warum lecken wir dann nach dem Essen nicht einfach alle unsere Teller ab, dadurch könnte man viel Energie sparen. Denk mal nur, wieviel Energie der Geschirrspüler braucht“
Grosse allgemeine Heiterkeit, allein die Mutter will nicht folgen:
„Carmen, ich bitte Dich, Du kannst uns hier gerne etwas zum Energiesparen erzählen, komm mir aber bitte nicht mit solch absurden Vorschlägen, das möchte ich nicht“ und an mich gewandt:
„Du darfst Dich jetzt auch wieder etwas beruhigen.“
„Ich würde mich ja gerne beruhigen, liebe Schwester. Doch ich stelle mir gerade vor, in unserer Kantine zu sitzen, der Vorstand ist auch da, schiebt sich allen Zivilisationsforderungen der westlichen Hemisphäre gehorchend das letzte Drittel eines Knödels in den Mund, während ich schon fertig mit dem Essen und nun zur „carmschen“ Energiesparmassnahme übergehe: ich nehme meinen Teller und lecke ihn ab, vor aller Augen lecke ich meinen Teller, danach begutachte ich mein Besteck, ob da nicht vielleicht doch noch ein Tröpfchen Soße, falls ja, lecke ich es auch ab, konzentriert und gewissenhaft.“
Carmen findet das toll und ruft: „Ja, ja, mach das, mach das bitte und dann erzählst Du mir alles.“
Ihre Mutter dagegen kann, sie kennt mich schließlich, in solchen Fällen, um einer weiteren Eskalation zuvorzukommen, sehr schnell und energisch die Notbremse ziehen.
„Ich habe Dich nicht eingeladen, damit Du hier den Clown spielst.“
Das verstehe auch ich, zwar hätte ich das gerne für Carmen noch ein wenig weitergesponnen, muss aber nun vom Vollgas runter und geschickt in die Kurve übergleiten.
„Liebe Carmen, schau mal: es gibt so etwas, das nennen wir Erwachsenen Konventionen und eine der Konventionen ist: du sollst deinen Teller nicht ablecken. Wenn ich das bei uns in der Kantine täte, würde man mich nicht mehr ernst nehmen. Man würde mir vorwerfen, das sei unhygienisch, was aber Unsinn, Biergläser werden meistens auch nur mit kaltem Seifenwasser gespült, öfters hast Du noch Lippenstift dran, das find ich unhygienisch.
Konventionen sind aber nicht auch immer logisch.
Du kannst Dir sicher sein, daß im Konzentrationslager sich niemand geschämt hat, seinen Löffel abzulecken oder seine Schüssel mit dem Finger durchzustreifen bis auch der letzte Rest an verwertbarem im eigenen Magen. Hätte sich im Konzentrationslager jemand dafür geschämt, seinen Löffel abzulecken, er hätte wahrscheinlich nicht überlebt.“
Allgemeines Schweigen!
„Carmen, wieviel Kleider hast Du?“
„Ich weiß es nicht, ich habe sie noch nie gezählt.“
„Mehr als zwei?“
„Ja natürlich, was denkst Du denn?“
„Siehst Du, Du könntest auch mit zwei Kleidern leben, eins trägst Du, das andere wird gewaschen und soweit mir bekannt hast Du auch noch Hosen, Pullover, Hemden: was für eine Energieverschwendung.“
Carmen schaut nachdenklich, meine Schwester ist`s zufrieden und sagt:
„Nun lasst uns endlich wieder über etwas anderes reden als über`s Tellerablecken, schließlich gibt es gleich Eis und da wünsche ich mir keinen Skandal!“ und lacht nun selbst auch einmal.
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Freitag, 1. Mai 2009
Liebesringen
gerhard stenkamp, 12:17h
Liebesringen
Das Hohe Lied der Liebe im ersten Brief an die Korinther hatte er schon viele Male im Laufe seines Lebens gehört, doch nur langsam gelang es ihm, seinen tiefen Sinn auch fühlend in sich aufzunehmen.
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
Bei Johannes im ersten Brief: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“
„In der Liebe sein“, sind Momente des Glücks, die es immer wieder neu zu finden gilt,
dachte er.
Um Liebe ringen, ist das nicht der Sinn des Lebens?
Das Hohe Lied der Liebe im ersten Brief an die Korinther hatte er schon viele Male im Laufe seines Lebens gehört, doch nur langsam gelang es ihm, seinen tiefen Sinn auch fühlend in sich aufzunehmen.
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
Bei Johannes im ersten Brief: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“
„In der Liebe sein“, sind Momente des Glücks, die es immer wieder neu zu finden gilt,
dachte er.
Um Liebe ringen, ist das nicht der Sinn des Lebens?
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Der Prinz
gerhard stenkamp, 09:37h
Dein Angesicht erfasste meinen Blick
und strömt als süßer Erostrunk
in meine Seele ein.
Ich wage es
und gebe zu verstehen Dir,
wie sehr ich Dich begehr!
Du lächelst nur und sagst
Dein Prinz
könnt ich
nicht sein.
Gleißend senkt sich
die Sonne am Horizont
und versinkt
im Meer!
Gerhard Stenkamp
und strömt als süßer Erostrunk
in meine Seele ein.
Ich wage es
und gebe zu verstehen Dir,
wie sehr ich Dich begehr!
Du lächelst nur und sagst
Dein Prinz
könnt ich
nicht sein.
Gleißend senkt sich
die Sonne am Horizont
und versinkt
im Meer!
Gerhard Stenkamp
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Unnennbar
gerhard stenkamp, 09:35h
Blauer, sonnendurchglühter Himmel
ruft mich!
Gehen will ich, ich will gehen,
da fällt ein Traum mir wieder ein!
Tief in der Erde
eines Planeten in der Ferne
schwarz umschlossen
ausgestreckt und unberührt
bin ich.
Warum bin ich nicht tot?
Erschrocken, dass ich lebe in der Erde
schreie ich,
doch ist kein Schrei,
fliehen will ich,
doch ist kein Weg!
Da strömt aus weiter Ferne
ganz fein und sacht
zwei Strahlen
und ich
erwacht!
Gerhard Stenkamp
ruft mich!
Gehen will ich, ich will gehen,
da fällt ein Traum mir wieder ein!
Tief in der Erde
eines Planeten in der Ferne
schwarz umschlossen
ausgestreckt und unberührt
bin ich.
Warum bin ich nicht tot?
Erschrocken, dass ich lebe in der Erde
schreie ich,
doch ist kein Schrei,
fliehen will ich,
doch ist kein Weg!
Da strömt aus weiter Ferne
ganz fein und sacht
zwei Strahlen
und ich
erwacht!
Gerhard Stenkamp
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Wie man sich irren kann!
gerhard stenkamp, 09:33h
Zur Lektüre schlage ich folgende Zitate vor (stammen alle aus Wikipedia):
· "Den Unterdrückten von fünf Erdteilen, denen, die sich schon befreit haben, und allen, die für den Weltfrieden kämpfen, muss der Herzschlag gestockt haben, als sie hörten, Stalin ist tot. Er war die Verkörperung ihrer Hoffnung. Aber die geistigen und materiellen Waffen, die er herstellte, sind da, und da ist die Lehre, neue herzustellen." – Bertolt Brecht
· "Die Menschen konnten seinem Einfluss nicht widerstehen. Als er den Raum der Konferenz von Jalta betrat, erhoben wir uns alle, buchstäblich wie auf Kommando. Und, so seltsam es ist, wir legten die Hände an die Hosennaht. Stalin besaß einen tiefschürfenden, gründlichen und logischen Verstand. Er war ein unübertroffener Meister darin, in schweren Momenten einen Ausweg aus der ausweglosesten Lage zu finden." – Winston Churchill
· "Er war eine herausragende Persönlichkeit, die in unserer rauhen Zeit, in der Periode in der sein Leben verlief, imponierte. Stalin war ein außergewöhnlich energischer, belesener und äußerst willensstarker Mann, heftig, schroff, schonungslos in der Sache, wie im Gespräch, dem selbst ich, der ich im englischen Parlament groß geworden bin, nichts entgegenzusetzen vermochte." – Winston Churchill
· "In seinen Werken spürte man eine hünenhafte Kraft. Stalins Kraft war so groß, dass er unter den Führern aller Völker und Zeiten nicht seinesgleichen kennt." – Winston Churchill
· "Dieser Mann kann handeln. Er hat immer das klare Ziel vor Augen. Mit ihm zu arbeiten, ist ein Vergnügen. Es gibt keine Umständlichkeiten. Er legt die Frage dar, die er diskutieren will, und davon wird in keiner Hinsicht mehr abgewichen." – Franklin D. Roosevelt
Was hatten Trotzki und Lenin über Stalin zu sagen?
· "Koba denkt zu langsam, seine Ideenverbindungen sind zu monoton, sein Stil ist linkisch und ärmlich. Will er einen kräftigen Effekt hervorrufen, verfällt er in niedrige Ausdrucksweise." -Trotzki, "Stalin - Eine Biografie", S. 91, Arbeiterpresse Verlag, Essen, 2. Auflage, 2006
· "Man kann nicht zugleich Mörder und Genius sein. Einerlei, welche Motive Stalin leiteten, die Hinrichtung Tausender war ein fürchterliches Verbrechen." –Nikita Chruschtschow, Chruschtschow erinnert sich, Vorrede
· "Mühsam formte er [Stalin] seine Sätze und brachte keine Betonung auf, keine Wärme, keine Farbe. Die organische Schwäche seiner Natur, Kehrseite ihrer Stärke, ist seine völlige Unfähigkeit, Feuer zu fangen, sich über langweilige Trivialitäten zu erheben, zwischen sich und den Zuhörern ein lebendiges Band zu schaffen, in dem Zuhörer das bessere Selbst zu wecken. [...] Kalte Bosheit genügt nicht, um die Seele der Massen zu erobern." - Trotzki, "Stalin - Eine Biografie", S. 90/91, Arbeiterpresse Verlag, Essen, 2. Auflage, 2006
· "So grob er [Stalin] anderen gegenüber sein kann, so leicht fühlt er sich selbst beleidigt und, so überraschend das erscheinen mag, so launenhaft ist er. Seine Reaktionen sind primitiv. Sobald er sich übergangen glaubt, neigt er dazu, Menschen sowohl als Ereignissen den Rücken zu kehren, mürrisch seine Pfeife zu schmauchen und von Rache zu träumen." - Trotzki, "Stalin - Eine Biografie", S. 91, Arbeiterpresse Verlag, Essen, 2. Auflage, 2006
· "Stalin ist zu grob, und dieser Fehler, der in unserer Mitte und im Verkehr zwischen uns Kommunisten erträglich ist, kann in der Funktion des Generalsekretärs nicht geduldet werden. Deshalb schlage ich den Genossen vor, sich zu überlegen, wie man Stalin ablösen könnte, und jemand anderen an diese Stelle zu setzen, der sich in jeder Hinsicht von dem Genossen Stalin nur durch einen Vorzug unterscheidet, nämlich dadurch, daß er toleranter, loyaler, höflicher und den Genossen gegenüber aufmerksamer, weniger launenhaft usw. ist." -Lenin, Brief an den XII. Parteitag - Nachschrift vom 4. Januar 1923
Was will ich mit dieser Zitatenauswahl sagen?
Jeder kann irren, selbst die größten “heroes“ der Geschichte, mein bescheidener Beitrag für diese Nacht, ein wenig, um drüber nachzudenken.
Beste Grüsse
Gerhard Stenkamp
· "Den Unterdrückten von fünf Erdteilen, denen, die sich schon befreit haben, und allen, die für den Weltfrieden kämpfen, muss der Herzschlag gestockt haben, als sie hörten, Stalin ist tot. Er war die Verkörperung ihrer Hoffnung. Aber die geistigen und materiellen Waffen, die er herstellte, sind da, und da ist die Lehre, neue herzustellen." – Bertolt Brecht
· "Die Menschen konnten seinem Einfluss nicht widerstehen. Als er den Raum der Konferenz von Jalta betrat, erhoben wir uns alle, buchstäblich wie auf Kommando. Und, so seltsam es ist, wir legten die Hände an die Hosennaht. Stalin besaß einen tiefschürfenden, gründlichen und logischen Verstand. Er war ein unübertroffener Meister darin, in schweren Momenten einen Ausweg aus der ausweglosesten Lage zu finden." – Winston Churchill
· "Er war eine herausragende Persönlichkeit, die in unserer rauhen Zeit, in der Periode in der sein Leben verlief, imponierte. Stalin war ein außergewöhnlich energischer, belesener und äußerst willensstarker Mann, heftig, schroff, schonungslos in der Sache, wie im Gespräch, dem selbst ich, der ich im englischen Parlament groß geworden bin, nichts entgegenzusetzen vermochte." – Winston Churchill
· "In seinen Werken spürte man eine hünenhafte Kraft. Stalins Kraft war so groß, dass er unter den Führern aller Völker und Zeiten nicht seinesgleichen kennt." – Winston Churchill
· "Dieser Mann kann handeln. Er hat immer das klare Ziel vor Augen. Mit ihm zu arbeiten, ist ein Vergnügen. Es gibt keine Umständlichkeiten. Er legt die Frage dar, die er diskutieren will, und davon wird in keiner Hinsicht mehr abgewichen." – Franklin D. Roosevelt
Was hatten Trotzki und Lenin über Stalin zu sagen?
· "Koba denkt zu langsam, seine Ideenverbindungen sind zu monoton, sein Stil ist linkisch und ärmlich. Will er einen kräftigen Effekt hervorrufen, verfällt er in niedrige Ausdrucksweise." -Trotzki, "Stalin - Eine Biografie", S. 91, Arbeiterpresse Verlag, Essen, 2. Auflage, 2006
· "Man kann nicht zugleich Mörder und Genius sein. Einerlei, welche Motive Stalin leiteten, die Hinrichtung Tausender war ein fürchterliches Verbrechen." –Nikita Chruschtschow, Chruschtschow erinnert sich, Vorrede
· "Mühsam formte er [Stalin] seine Sätze und brachte keine Betonung auf, keine Wärme, keine Farbe. Die organische Schwäche seiner Natur, Kehrseite ihrer Stärke, ist seine völlige Unfähigkeit, Feuer zu fangen, sich über langweilige Trivialitäten zu erheben, zwischen sich und den Zuhörern ein lebendiges Band zu schaffen, in dem Zuhörer das bessere Selbst zu wecken. [...] Kalte Bosheit genügt nicht, um die Seele der Massen zu erobern." - Trotzki, "Stalin - Eine Biografie", S. 90/91, Arbeiterpresse Verlag, Essen, 2. Auflage, 2006
· "So grob er [Stalin] anderen gegenüber sein kann, so leicht fühlt er sich selbst beleidigt und, so überraschend das erscheinen mag, so launenhaft ist er. Seine Reaktionen sind primitiv. Sobald er sich übergangen glaubt, neigt er dazu, Menschen sowohl als Ereignissen den Rücken zu kehren, mürrisch seine Pfeife zu schmauchen und von Rache zu träumen." - Trotzki, "Stalin - Eine Biografie", S. 91, Arbeiterpresse Verlag, Essen, 2. Auflage, 2006
· "Stalin ist zu grob, und dieser Fehler, der in unserer Mitte und im Verkehr zwischen uns Kommunisten erträglich ist, kann in der Funktion des Generalsekretärs nicht geduldet werden. Deshalb schlage ich den Genossen vor, sich zu überlegen, wie man Stalin ablösen könnte, und jemand anderen an diese Stelle zu setzen, der sich in jeder Hinsicht von dem Genossen Stalin nur durch einen Vorzug unterscheidet, nämlich dadurch, daß er toleranter, loyaler, höflicher und den Genossen gegenüber aufmerksamer, weniger launenhaft usw. ist." -Lenin, Brief an den XII. Parteitag - Nachschrift vom 4. Januar 1923
Was will ich mit dieser Zitatenauswahl sagen?
Jeder kann irren, selbst die größten “heroes“ der Geschichte, mein bescheidener Beitrag für diese Nacht, ein wenig, um drüber nachzudenken.
Beste Grüsse
Gerhard Stenkamp
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Vorschlag für eine erneuerte Nationalhymne
gerhard stenkamp, 09:30h
Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Heimatland!
Danach lasst uns alle streben
wir, die hier zusammen sind!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand;
|: Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches unser Land! :|
für das deutsche Heimatland!
Danach lasst uns alle streben
wir, die hier zusammen sind!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand;
|: Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches unser Land! :|
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Wer ist Gott
gerhard stenkamp, 09:18h
Wer ist Gott?
Gott, der einst sein wird, wird sein allmächtig, vollkommen, ewig, das vollkommene Glück, die vollkommene Liebe, die vollkommene Gerechtigkeit, die vollkommene Schönheit und wird sein, was Menschen nicht wissen in Worte zu fassen.
Menschen sind zum Gott, der einst sein wird wie die ersten Aminosäuren, die vereinzelt in den gewaltigen Ozeanen schwammen, zum Menschen - wahrscheinlich ist der Abstand noch viel größer.
Menschen aber können der Keim sein des Gottes, der einst sein wird, das muss unser Glaube sein, unsere Hoffnung.
Der vollkommene, allmächtige Gott existiert noch nicht, es gibt keine Offenbarung, wer das Evangelium für die Wahrheit hält, irrt, wer den Koran für die Wahrheit hält, irrt.
Warum sollten ausgerechnet vor zweitausend Jahren oder 1400 Jahren oder überhaupt bisher Engel erschienen sein, die eine absolute Wahrheit erzählen, heute würde man das als psychische Störung betrachten.
Schauen wir uns die Evangelien an, den Koran: was ist überhaupt gesichert, das Jesus oder Mohammed so gesagt hätten?
Wenn schon Engel im Auftrag eines vollkommenen Gottes niederschweben, so bringen sie ein unzerstörbares Buch mit, meinetwegen auch eine ganze Bibliothek, da steht dann unzerstörbar drin, in allen Sprachen dieser Welt, was der sogenannte allmächtige Gott will.
Wir aber müssen uns herumschlagen mit Übersetzungen, Fehlern beim Übersetzen, unerträgliche Drohungen gefallen lassen, das hätten wir zu glauben, sonst ginge es uns an den Kragen.
Nur die Wahrheit führt zum Licht!
Weder die Evangelien noch der Koran sind in der Lage, den Weg in die Zukunft zu weisen: beide verkünden die Apokalypse, den Untergang der Menschheit, dagegen müssen wir uns wehren.
Unsere Aufgabe ist es im Laufe der Milliarden Jahre, die noch vor uns liegen, Gott zu verwirklichen, das ist Gott, der unvollkommene Gott in der Welt, der zum vollkommenen Gott werden will und muss und wird.
Gerhard Stenkamp
Gott, der einst sein wird, wird sein allmächtig, vollkommen, ewig, das vollkommene Glück, die vollkommene Liebe, die vollkommene Gerechtigkeit, die vollkommene Schönheit und wird sein, was Menschen nicht wissen in Worte zu fassen.
Menschen sind zum Gott, der einst sein wird wie die ersten Aminosäuren, die vereinzelt in den gewaltigen Ozeanen schwammen, zum Menschen - wahrscheinlich ist der Abstand noch viel größer.
Menschen aber können der Keim sein des Gottes, der einst sein wird, das muss unser Glaube sein, unsere Hoffnung.
Der vollkommene, allmächtige Gott existiert noch nicht, es gibt keine Offenbarung, wer das Evangelium für die Wahrheit hält, irrt, wer den Koran für die Wahrheit hält, irrt.
Warum sollten ausgerechnet vor zweitausend Jahren oder 1400 Jahren oder überhaupt bisher Engel erschienen sein, die eine absolute Wahrheit erzählen, heute würde man das als psychische Störung betrachten.
Schauen wir uns die Evangelien an, den Koran: was ist überhaupt gesichert, das Jesus oder Mohammed so gesagt hätten?
Wenn schon Engel im Auftrag eines vollkommenen Gottes niederschweben, so bringen sie ein unzerstörbares Buch mit, meinetwegen auch eine ganze Bibliothek, da steht dann unzerstörbar drin, in allen Sprachen dieser Welt, was der sogenannte allmächtige Gott will.
Wir aber müssen uns herumschlagen mit Übersetzungen, Fehlern beim Übersetzen, unerträgliche Drohungen gefallen lassen, das hätten wir zu glauben, sonst ginge es uns an den Kragen.
Nur die Wahrheit führt zum Licht!
Weder die Evangelien noch der Koran sind in der Lage, den Weg in die Zukunft zu weisen: beide verkünden die Apokalypse, den Untergang der Menschheit, dagegen müssen wir uns wehren.
Unsere Aufgabe ist es im Laufe der Milliarden Jahre, die noch vor uns liegen, Gott zu verwirklichen, das ist Gott, der unvollkommene Gott in der Welt, der zum vollkommenen Gott werden will und muss und wird.
Gerhard Stenkamp
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Wiedersehen mit Shana
gerhard stenkamp, 09:14h
Shana
Er hatte Shana wie geplant getroffen. Sie laechelte wie beim letzten Treffen und erzaehlte, ihr Freund habe sie viel frueher zurueckerwartet und sei aufgeregt und zornig gewesen, dass sie ihn nicht angerufen hätte, um ihm mitzuteilen sie käme spaeter. Sie hatte ihn belogen, sie habe zufaellig eine Studienfreundin getroffen und darüber die Zeit vergessen.
Shana wird ihn dann liebkosend in den Arm genommen haben, über sein dunkelbraunes Haar streichelnd, das er nun nach ihrem Geschmack hatte schneiden lassen, wird ihm mit ihrem unschuldigen Engelsgesicht einen Kuss auf den Mund gegeben, der nun statt eines Schnäuzers sehr glattrasiert, denn ihre Gesichtshaut war sehr empfindlich und wurde schon durch leichtes Kratzen wund. - Wie hätte er ihr wiederstehen können?
Janus hatte noch eines seiner Gedichte für sie vorbereitet und wollte es ihr vorlesen, die ergriffene Betonung machte ja viel aus beim rechten Verständnis eines Gedichtes.
Die grosse Überfahrt
Wie möchten es die Menschen
dem vergelten,
der ihnen offenbart,
dass die Seele sterblich ist,
wie hoch schätzen den,
dessen Ziel
in so weiter Ferne,
dass es noch kein Aug' geschauet hat?
Doch Wahrheit ist das Tor
zu neuem Leben!
Möcht' das Schiff
auf dieser grossen Überfahrt
versinken,
so seien gegrüsst
aus unbekannten, schauerlichen Tiefen,
die einst vorüberfahren werden!
Doch bevor er mit dem Vortrag beginnen konnte, nahm sie ihm das Blatt aus der Hand und steckte es in ihre Mappe, lächelte und ergriff seine Hand!
"Du wirst es schon schaffen", sagte sie, halb hoffnungsvoll, halb mitleidig, ohne jede Spur,
dass sie die Trennung von ihm bereute, worauf er insgeheim gehofft hatte.
"Wir werden bald umziehen" fügte sie hinzu, nach Lüneburg! "Um Himmels willen, wieso denn nach Lüneburg", ihm kam das so vor, als sagte sie, sie ginge in ein Kloster!
"Mein Freund hat da einen neuen Job, als Finanzdirektor eines Betriebes fuer Nanotechnologie"!
Janus war geschockt: Finanzdirektor, wahrscheinlich verdiente er da mehr als zehntausend Euro, wird “Chef”, dieser unerotische Mann, hatte sie ja selbst mal so gesagt.
"Guten Morgen Herr Direktor", würde der Pförtner rufen, dienstbeflissen die Schranke zum Betriebsgelände öffnen und sein Käppi lüften, wahrend dieser unerotische Mann mit einem sportlichen BMW aus der Reihe XY, - was weiss ich denn, habe besseres zu tun als Motorzeitungen zu lesen- , Gas gab und seinen Wgen auf den nur für ihn reservierten Parkplatz abstellte, nicht weit vom Haupteingang, damit er nur ja keine Zeit verliere, denn seine Zeit ist kostbar und er ist wichtig;
Janus stand noch unter diesem Schock, als Shana fortfuhr:
"Ich muss", sie lachte, "Ach nein, ich muss nicht, ich will aber" und sie fasste seine Hand fester und steichelte mit dem Daumen über seinen Handrücken, "ich will Dir etwas sagen!" Sie machte eine etwas längere Pause, während er sie gespannt anschaute, vielleicht würde sie ja doch noch gestehen, dass sie ihn eigentlich noch immer liebte, trotz des Herrn Finanzdirektors, sie hatte ja auch einmal zu ihm gesagt, Liebe sei das Wichtigste im Leben, durch nichts, absolut nichts zu übertreffen.
"Ich bin schwanger!"
Ein leichter Ruck durchzuckte Janus, so als hätte er impulsiv seine Hand zurückziehen wollen, doch dann drückte er auch ihre Hand. Tränen stiegen in seine Augen und er sagte nur: "Ja!" und während er zur Seite schaute, drängte er die Traenen zurück, die ihm unwillkürlich in die Augen gestiegen waren.
"Ja" wiederholte er und schaute sie, soweit er es vermochte, gefasst an, er spürte, wie ein kleiner Muskel in seinem Kinn leicht zuckte.
"Ich freue mich so", sagte Shana, "ich weiss, eigentlich..." aber sie führte den Satz nicht zu Ende.
"Wir werden bald heiraten" fuhr sie fort, "deswegen erzaehle ich Dir das auch, denn Du weisst... Ich kann Dich nicht einladen!"
"Macht nichts" erwiderte er, der Muskel in seinem Kinn zuckte und sie streichelte seine Hände noch lange, mit einem ein wenig verklärtem Laecheln des gefundenen Mutterglücks!
Zwei Tage spaeter rief sie ihn mit ihrer Glockenstimme an und sagte, sie fände sein Gedicht schön und er solle weitermachen.
Er hatte Shana wie geplant getroffen. Sie laechelte wie beim letzten Treffen und erzaehlte, ihr Freund habe sie viel frueher zurueckerwartet und sei aufgeregt und zornig gewesen, dass sie ihn nicht angerufen hätte, um ihm mitzuteilen sie käme spaeter. Sie hatte ihn belogen, sie habe zufaellig eine Studienfreundin getroffen und darüber die Zeit vergessen.
Shana wird ihn dann liebkosend in den Arm genommen haben, über sein dunkelbraunes Haar streichelnd, das er nun nach ihrem Geschmack hatte schneiden lassen, wird ihm mit ihrem unschuldigen Engelsgesicht einen Kuss auf den Mund gegeben, der nun statt eines Schnäuzers sehr glattrasiert, denn ihre Gesichtshaut war sehr empfindlich und wurde schon durch leichtes Kratzen wund. - Wie hätte er ihr wiederstehen können?
Janus hatte noch eines seiner Gedichte für sie vorbereitet und wollte es ihr vorlesen, die ergriffene Betonung machte ja viel aus beim rechten Verständnis eines Gedichtes.
Die grosse Überfahrt
Wie möchten es die Menschen
dem vergelten,
der ihnen offenbart,
dass die Seele sterblich ist,
wie hoch schätzen den,
dessen Ziel
in so weiter Ferne,
dass es noch kein Aug' geschauet hat?
Doch Wahrheit ist das Tor
zu neuem Leben!
Möcht' das Schiff
auf dieser grossen Überfahrt
versinken,
so seien gegrüsst
aus unbekannten, schauerlichen Tiefen,
die einst vorüberfahren werden!
Doch bevor er mit dem Vortrag beginnen konnte, nahm sie ihm das Blatt aus der Hand und steckte es in ihre Mappe, lächelte und ergriff seine Hand!
"Du wirst es schon schaffen", sagte sie, halb hoffnungsvoll, halb mitleidig, ohne jede Spur,
dass sie die Trennung von ihm bereute, worauf er insgeheim gehofft hatte.
"Wir werden bald umziehen" fügte sie hinzu, nach Lüneburg! "Um Himmels willen, wieso denn nach Lüneburg", ihm kam das so vor, als sagte sie, sie ginge in ein Kloster!
"Mein Freund hat da einen neuen Job, als Finanzdirektor eines Betriebes fuer Nanotechnologie"!
Janus war geschockt: Finanzdirektor, wahrscheinlich verdiente er da mehr als zehntausend Euro, wird “Chef”, dieser unerotische Mann, hatte sie ja selbst mal so gesagt.
"Guten Morgen Herr Direktor", würde der Pförtner rufen, dienstbeflissen die Schranke zum Betriebsgelände öffnen und sein Käppi lüften, wahrend dieser unerotische Mann mit einem sportlichen BMW aus der Reihe XY, - was weiss ich denn, habe besseres zu tun als Motorzeitungen zu lesen- , Gas gab und seinen Wgen auf den nur für ihn reservierten Parkplatz abstellte, nicht weit vom Haupteingang, damit er nur ja keine Zeit verliere, denn seine Zeit ist kostbar und er ist wichtig;
Janus stand noch unter diesem Schock, als Shana fortfuhr:
"Ich muss", sie lachte, "Ach nein, ich muss nicht, ich will aber" und sie fasste seine Hand fester und steichelte mit dem Daumen über seinen Handrücken, "ich will Dir etwas sagen!" Sie machte eine etwas längere Pause, während er sie gespannt anschaute, vielleicht würde sie ja doch noch gestehen, dass sie ihn eigentlich noch immer liebte, trotz des Herrn Finanzdirektors, sie hatte ja auch einmal zu ihm gesagt, Liebe sei das Wichtigste im Leben, durch nichts, absolut nichts zu übertreffen.
"Ich bin schwanger!"
Ein leichter Ruck durchzuckte Janus, so als hätte er impulsiv seine Hand zurückziehen wollen, doch dann drückte er auch ihre Hand. Tränen stiegen in seine Augen und er sagte nur: "Ja!" und während er zur Seite schaute, drängte er die Traenen zurück, die ihm unwillkürlich in die Augen gestiegen waren.
"Ja" wiederholte er und schaute sie, soweit er es vermochte, gefasst an, er spürte, wie ein kleiner Muskel in seinem Kinn leicht zuckte.
"Ich freue mich so", sagte Shana, "ich weiss, eigentlich..." aber sie führte den Satz nicht zu Ende.
"Wir werden bald heiraten" fuhr sie fort, "deswegen erzaehle ich Dir das auch, denn Du weisst... Ich kann Dich nicht einladen!"
"Macht nichts" erwiderte er, der Muskel in seinem Kinn zuckte und sie streichelte seine Hände noch lange, mit einem ein wenig verklärtem Laecheln des gefundenen Mutterglücks!
Zwei Tage spaeter rief sie ihn mit ihrer Glockenstimme an und sagte, sie fände sein Gedicht schön und er solle weitermachen.
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Donnerstag, 30. April 2009
Shana in der Mensa
gerhard stenkamp, 21:34h
Shana in der Mensa
Den Weg zur Mensa legte er mit dem Fahrrad zurueck; auch wenn es nur wenige hundert Meter zu Fuss waren: alleine zu Fuß zu gehen fand er langweilig.
“Jenes Gedicht, Charybdis, weist mir einen neuen Weg.” dachte er für sich.
Die Blaetter der Platanen begannen sich herbstlich zu färben und bei jedem auch nur kleinen Windstoss taumelten sie vielfaeltig hinab im schwach gewordenen Sonnenlicht dieses schoenen Oktobertages. Als er die kleine Eingangstreppe in den Vorhof hinabschritt, wie immer Hoffnungen und Zweifel in sich miteinander ringend, prallte er ploetzlich fast zurueck: das laechelnde, schöne Engelsgesicht Shanas erblickend.
Er wusste, dass sie schon einige Zeit aus Kapstadt zurueck war, hatte sie aber bisher nicht getroffen, da auch der neue Freund mitgekommen war, Deutscher wie sie, aber in Südafrika arbeitend, wo sie sich kennengelernt hatten.
Mit ihrer Glockenstimme sagte sie "Hallo" und zoegerlich, fast aengstlich antwortete er ein wenig heiser ebenfalls "Hallo".
“Wie geht es Dir?”
“Gut, seit wann bist Du zurueck?”, seine Stimme ist ein wenig gepresst und er muss schlucken.
Sie lächelt ihn offen an, “Seit zehn Tagen”, “Gehst Du auch essen?” versuchte er sich zu fassen, “kann schon sein” war seine eigene Antwort im Kopf, “ist eine der Zweckbestimmungen einer Mensa”, sie aber lächelt weiter, “Fass dch endlich”, sein nächster innerer Gedanke.
Shana hatte ihn verlassen, IHN, fuer einen Mann, den sie in ihren Briefen zunaechst als den “unerotischsten Mann dieser Welt” bezeichnet hatte, da er nur seine Arbeit im Kopf habe, dass er in dem einen Jahr Südafrika, die er, als sie dort ankam, schon dort verbracht hatte, nicht ein einziges Mal am Strand gewesen sei!
Also praktisch das Gegenteil von ihm selbst.
Füer diesen Mann hatte Shana ihn verlassen und jetzt stand sie vor ihm, lächelnd, während sich auf seiner Stirn kleine Schweißtropfen bildeten.
Doch: auch sie schien berührt zu sein, ein rötlicher Schimmer auf ihrem blassen Engelsgesicht, der sie überflogen hatte: das war nicht nur die Kälte, nein, dazu kannte er sie zu gut: sie kam ihm nun wieder so unschuldig und begehrenswert vor.
“Lass uns zusammen essen gehen.”
“Wie geht es Deinem Freund?” (man weiss ja nie, vielleicht haben sie sich zerstritten)!
“Er hat sich jetzt endlich den Schnäuzer abrasieren lassen” (kein gutes Zeichen) “und gestern waren wir endlich einmal zusammen einkaufen. Ich habe ihn neu eingekleidet.” (sehr, sehr schlechtes Zeichen)!
Themenwechsel:
“Ich werde jetzt einen Gedichtband veröffentlichen:”
“Tatsächlich, wieviel Gedichte sollen darin erscheinen?”
“Sechzig bis achtzig” (wieder Schweissperlen, verdammt)
“Ja, das hört sich gut an, auch nicht zuviel, das wäre auch nicht gut!”
Erneut ihr offenes Lächeln, kein Hohn, kein Spott sondern der Wunsch, es moechte besser mit ihm gehen, die Hoffnung, inzwischen sei etwas eingetreten, das zwar zu spät komme, um sie zurückzugewinnen, das sie ihm aber aus noch verbliebener Liebe von ganzem Herzen wünschte.
Gedichte seien keine leichte Kost, einen Gedichtband könne man ja nicht lesen wie einen Roman. Sie schien sich jetzt fuer das Thema zu erwärmen! Ob er ihr sein bisheriges Schaffen zeigen wolle.
"Selbstverständlich", bei einem nächsten Treffen würde er ihr ein vorläufiges Manuskript überreichen.
Die letzten verbliebenen Zweifel bei ihr waren damit beiseitegewischt, ja gerne würde sie sich mit ihm treffen, am Freitag in einer Woche sei sie wieder in Köln, sie könnten sich dann nach ihrem Seminar im Cafe Kranich treffen.
Er war gerührt, das Gefühl eines tragisch schönen Schmerzes in sich wachsend fühlend.
Sie spazierten dann nach dem gemeinsamen Essen noch über das gefallene, so schön gefärbte Laub der Platanenallee, hinauf den kleinen Rasenhügel, mit dem Blick auf die langsam sich senkende Sonne, deren Licht die Ränder der Wolken hell und glänzend erscheinen liess, während ihr dunkles Inneres den Herbst und Winter kündeten: “ein Bild wie ein Symbol für meine Seele” dachte er, denn er getraute sich nicht, es ihr zu sagen.
Er brachte sie zur Strassenbahnhaltestelle und wollte sich von ihr verabschieden, doch da bat sie ihn mitzukommen, sie bis zum Bahnhof zu bringen.
Er stimmt zu, sie steigen ein, finden eine Bank fuer zwei, die noch frei, setzen sich. Da ergreift sie seinen Arm, hakt sich unter und schmiegt ihre Wange an seine Schulter, ohne ein Wort zu sagen.
Unsicher, ob er etwas sagen soll, überlegt er, doch wozu, er lässt sich gleiten und wartet, was weiter geschieht, und auch sie sagt nichts, drückt nur ab und an den Arm, schmiegt, bis sie am Bahnhof sind.
Beim Aussteigen fuehlt er sich beglueckt und beklommen, weiter schweigend gehen sie zum Bahnsteig, der Zug, IHR Zug, rollt lärmend und quietschend in den Bahnhof ein, die Lautsprecher plaerren mit Ansagen an- und abfahrender Zuege, Grosstadtgewimmel; Bahnhofsgewimmel, Tauben, mitten im Bahnhof, sie stehen einander bewegungslos gegenüber, schauen sich nur in die Augen, sprechen mit den Augen..
Schliesslich sagt er: "Du musst jetzt einsteigen", sie laechelt ihn an, und er presst, ohne zu denken, schliesslich hervor: "wenn Du mich so anlächelst, bekomme ich wieder den Wunsch, Dich zu küssen."
Da ueberfliegt tiefes Rot ihr Engelsgesicht und sie antwortet: "Wenn Du mich küsst, weiss ich nicht, was mit mir geschieht".
Ein schriller Pfiff laesst beide zum Zug blicken, der letzte Aufruf einzusteigen, "Du musst jetzt einsteigen" sagt er. Sie hebt die Arme: "Komm, schnell, umarme mich" und er umfasst sie, drückt sie und spürt, dass sie ihren Busen an ihn presst und ihre Hüften, sie sucht mit ihrem Mund die Haut seines Nackens und küsst ihn.
Der Schaffner steht in der Wagontür, sie läuft los, reisst ihn mit, steigt ein, zieht ihn mit hinein und sagt zum Schaffner:
“Dieser junge Herr hier versäumte es, rechtzeitig vor Fahrtantritt eine Fahrkarte zu erwerben, kann er das jetzt bei Ihnen nachholen”, und lacht laut auf.
Den Weg zur Mensa legte er mit dem Fahrrad zurueck; auch wenn es nur wenige hundert Meter zu Fuss waren: alleine zu Fuß zu gehen fand er langweilig.
“Jenes Gedicht, Charybdis, weist mir einen neuen Weg.” dachte er für sich.
Die Blaetter der Platanen begannen sich herbstlich zu färben und bei jedem auch nur kleinen Windstoss taumelten sie vielfaeltig hinab im schwach gewordenen Sonnenlicht dieses schoenen Oktobertages. Als er die kleine Eingangstreppe in den Vorhof hinabschritt, wie immer Hoffnungen und Zweifel in sich miteinander ringend, prallte er ploetzlich fast zurueck: das laechelnde, schöne Engelsgesicht Shanas erblickend.
Er wusste, dass sie schon einige Zeit aus Kapstadt zurueck war, hatte sie aber bisher nicht getroffen, da auch der neue Freund mitgekommen war, Deutscher wie sie, aber in Südafrika arbeitend, wo sie sich kennengelernt hatten.
Mit ihrer Glockenstimme sagte sie "Hallo" und zoegerlich, fast aengstlich antwortete er ein wenig heiser ebenfalls "Hallo".
“Wie geht es Dir?”
“Gut, seit wann bist Du zurueck?”, seine Stimme ist ein wenig gepresst und er muss schlucken.
Sie lächelt ihn offen an, “Seit zehn Tagen”, “Gehst Du auch essen?” versuchte er sich zu fassen, “kann schon sein” war seine eigene Antwort im Kopf, “ist eine der Zweckbestimmungen einer Mensa”, sie aber lächelt weiter, “Fass dch endlich”, sein nächster innerer Gedanke.
Shana hatte ihn verlassen, IHN, fuer einen Mann, den sie in ihren Briefen zunaechst als den “unerotischsten Mann dieser Welt” bezeichnet hatte, da er nur seine Arbeit im Kopf habe, dass er in dem einen Jahr Südafrika, die er, als sie dort ankam, schon dort verbracht hatte, nicht ein einziges Mal am Strand gewesen sei!
Also praktisch das Gegenteil von ihm selbst.
Füer diesen Mann hatte Shana ihn verlassen und jetzt stand sie vor ihm, lächelnd, während sich auf seiner Stirn kleine Schweißtropfen bildeten.
Doch: auch sie schien berührt zu sein, ein rötlicher Schimmer auf ihrem blassen Engelsgesicht, der sie überflogen hatte: das war nicht nur die Kälte, nein, dazu kannte er sie zu gut: sie kam ihm nun wieder so unschuldig und begehrenswert vor.
“Lass uns zusammen essen gehen.”
“Wie geht es Deinem Freund?” (man weiss ja nie, vielleicht haben sie sich zerstritten)!
“Er hat sich jetzt endlich den Schnäuzer abrasieren lassen” (kein gutes Zeichen) “und gestern waren wir endlich einmal zusammen einkaufen. Ich habe ihn neu eingekleidet.” (sehr, sehr schlechtes Zeichen)!
Themenwechsel:
“Ich werde jetzt einen Gedichtband veröffentlichen:”
“Tatsächlich, wieviel Gedichte sollen darin erscheinen?”
“Sechzig bis achtzig” (wieder Schweissperlen, verdammt)
“Ja, das hört sich gut an, auch nicht zuviel, das wäre auch nicht gut!”
Erneut ihr offenes Lächeln, kein Hohn, kein Spott sondern der Wunsch, es moechte besser mit ihm gehen, die Hoffnung, inzwischen sei etwas eingetreten, das zwar zu spät komme, um sie zurückzugewinnen, das sie ihm aber aus noch verbliebener Liebe von ganzem Herzen wünschte.
Gedichte seien keine leichte Kost, einen Gedichtband könne man ja nicht lesen wie einen Roman. Sie schien sich jetzt fuer das Thema zu erwärmen! Ob er ihr sein bisheriges Schaffen zeigen wolle.
"Selbstverständlich", bei einem nächsten Treffen würde er ihr ein vorläufiges Manuskript überreichen.
Die letzten verbliebenen Zweifel bei ihr waren damit beiseitegewischt, ja gerne würde sie sich mit ihm treffen, am Freitag in einer Woche sei sie wieder in Köln, sie könnten sich dann nach ihrem Seminar im Cafe Kranich treffen.
Er war gerührt, das Gefühl eines tragisch schönen Schmerzes in sich wachsend fühlend.
Sie spazierten dann nach dem gemeinsamen Essen noch über das gefallene, so schön gefärbte Laub der Platanenallee, hinauf den kleinen Rasenhügel, mit dem Blick auf die langsam sich senkende Sonne, deren Licht die Ränder der Wolken hell und glänzend erscheinen liess, während ihr dunkles Inneres den Herbst und Winter kündeten: “ein Bild wie ein Symbol für meine Seele” dachte er, denn er getraute sich nicht, es ihr zu sagen.
Er brachte sie zur Strassenbahnhaltestelle und wollte sich von ihr verabschieden, doch da bat sie ihn mitzukommen, sie bis zum Bahnhof zu bringen.
Er stimmt zu, sie steigen ein, finden eine Bank fuer zwei, die noch frei, setzen sich. Da ergreift sie seinen Arm, hakt sich unter und schmiegt ihre Wange an seine Schulter, ohne ein Wort zu sagen.
Unsicher, ob er etwas sagen soll, überlegt er, doch wozu, er lässt sich gleiten und wartet, was weiter geschieht, und auch sie sagt nichts, drückt nur ab und an den Arm, schmiegt, bis sie am Bahnhof sind.
Beim Aussteigen fuehlt er sich beglueckt und beklommen, weiter schweigend gehen sie zum Bahnsteig, der Zug, IHR Zug, rollt lärmend und quietschend in den Bahnhof ein, die Lautsprecher plaerren mit Ansagen an- und abfahrender Zuege, Grosstadtgewimmel; Bahnhofsgewimmel, Tauben, mitten im Bahnhof, sie stehen einander bewegungslos gegenüber, schauen sich nur in die Augen, sprechen mit den Augen..
Schliesslich sagt er: "Du musst jetzt einsteigen", sie laechelt ihn an, und er presst, ohne zu denken, schliesslich hervor: "wenn Du mich so anlächelst, bekomme ich wieder den Wunsch, Dich zu küssen."
Da ueberfliegt tiefes Rot ihr Engelsgesicht und sie antwortet: "Wenn Du mich küsst, weiss ich nicht, was mit mir geschieht".
Ein schriller Pfiff laesst beide zum Zug blicken, der letzte Aufruf einzusteigen, "Du musst jetzt einsteigen" sagt er. Sie hebt die Arme: "Komm, schnell, umarme mich" und er umfasst sie, drückt sie und spürt, dass sie ihren Busen an ihn presst und ihre Hüften, sie sucht mit ihrem Mund die Haut seines Nackens und küsst ihn.
Der Schaffner steht in der Wagontür, sie läuft los, reisst ihn mit, steigt ein, zieht ihn mit hinein und sagt zum Schaffner:
“Dieser junge Herr hier versäumte es, rechtzeitig vor Fahrtantritt eine Fahrkarte zu erwerben, kann er das jetzt bei Ihnen nachholen”, und lacht laut auf.
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